IBM SCSI Festplatten am Dell Server in Betrieb nehmen

Wenn auch ihr im Besitz von SCSI Platten aus dem Hause IBM seit, oder grade plant diese zu erwerben, seit euch bewusst das diese nur mit hohem Zeitaufwand in Betrieb zu nehmen sind (zumindest wenn ihr keine IBM Hardware habt)

Zu erkennen sind diese Festplatten an dem zusätzlichen IBM Aufkleber auf den Platten (IBM @Server iSeries waren es in meinem Fall)

In meinem Fall wurde folg. Festplattentyp eingesetzt:
Hersteller: Hitachi (IBM?)
Modell: Ultrastar™ 15K147
Genaue Bezeichnung: HUS151473VL3800
Interne Bezeichnung: IBMAS400
Anschlusstyp: SCA

Nach langem rumprobieren, Controllertausch und diversen anderen Versuchen habe ich dann die Festplatten getauscht und siehe da es lag an der kruden IBM Firmware!
Diese speziellen IBM Platten sind mit 520Byte/block oder auch 522Byte/block formatiert.
Damit kann jedoch sogut wie kein Betriebsystem etwas anfangen (nichtmal DOS ;-)),
da hier 512B\b erwartet werden.
Desweiteren ist auch oft, wenn nicht sogar immer der Schreibcache deaktiviert.
Es ist natürlich schöner wenn dieser aktiviert ist, deshalb gehe ich nachher auch darauf ein.

Nach eingehender Recherche bin ich als erstes auf folg. Heise Artikel gestoßen.
Problem ist nur das es ewig her ist und die Links natürlich nicht mehr aktuell sind:
http://www.heise.de/ct/hotline/AS-400-Platte-fuer-PC-recycelt-301096.html

Es muss also folg. getan werden:

  • Blocksize auf 512 Byte ändern.
  • Schreibcache aktivieren

Dies gestaltet sich nicht so einfach mit dem IBM Tool (SCSIMODE.exe)
Es soll wohl Möglich sein die Blocksize mit dem IBM Tool zu setzen.
Ich habe es aber nicht hinbekommen und stattdessen das Tool SetBlocksize von Michael Baeuerle (http://micha.freeshell.org/scsi/index.php) eingesetzt.
Um das WCE Bit (Schreibcache aktivieren) zu setzen, ist das Tool von IBM allerdings sehr nützlich.

Mein späteres Zielsystem sind ein Dell Power Egde 860 + PowerVault 220S.
Die Formatierung der Platten habe ich allerdings auf einem anderen Dell Server vorgenommen ( PE 2800 )
Für die Formatierung habe ich den internen Raid Controller abgesteckt und eine alte Adaptec 2940 eingesetzt.
Da für das Tool Setblocksize Linux notwendig ist, habe ich die aktuellste Fassung von Ubuntu auf einen USB Stick gepackt. Wie das funktioniert erfahrt ihr hier:
http://www.ubuntu.com/download/help/create-a-usb-stick-on-windows

Damit der Dell Server nun auch von USB bootet sind ein paar Einstellungen notwendig im Bios. Am Beispiel des PE 2800:

  • USB Flash Drive Emulation Type auf Hard disk stellen.
  • Bei der „Hard-disk drive Sequence“ muss das „Hard-disk-emulated USB flash drive“ an erster Stelle stehen (Natürlich sollte vorher ein USB Stick angesteckt sein :))
  • Bei der „Boot Sequence“ sollte das „Hard-drive C:“ am erster Stelle stehen.

Ist das erledigt, kann von Ubuntu gestartet werden.
Nach dem Start wird man gefragt, ob man Ubuntu ausprobieren möchte
(Einfach anklicken und Sprache auswählen)
Nach erfolgreichem Start kann man sich das Tool SetBlocksize aus dem Netz laden (am besten in der neusten Version, derzeit V0.2)

Nun solltet ihr die beiligende Anleitung (Readme) befolgen.
Falls bei euch das Terminal auch nicht funktioniert, ladet euch einfach Putty runter, der tut es genau so gut! 🙂

Das benötigte sg3 findet ihr hier: http://sg.danny.cz/sg/sg3_utils.html#mozTocId479511
Oder um es einfach zu machen in der Softwareverwaltung von Ubuntu, dort lässt es sich mit einem Klick installieren.

Wenn ihr die Readme korrekt durchgearbeitet habt, könnt ihr nun alle angeschlossenen SCSI Platten neuformatieren. Dies geht mit: sudo ./setblocksize /dev/sg4
In meinem Fall habe ich mit sg2 angefangen. Bei der Formatierung sollte man Geduld mitbringen, es hat bei mir bspw. ~20 Minuten pro Platte gebraucht.

Wenn ihr nun alle Platten durch habt, ist schonmal großes vollbracht.
Weiter gehts mit der Aktivierung des Schreibcaches, dies habe ich unter DOS gemacht (sicherlich gibt es auch andere Wege)

Dafür habe ich auch hier einen USB Stick eingesetzt. Es muss nun (falls nicht bereits vorhanden) ein bootbarer USB Stick erstellt werden mit DOS, wie das geht erfahrt ihr hier:
http://www.biosflash.de/bios-boot-usb-stick.htm (Ultimate BIOS Boot Edition)

Um das SCSIMODE Tool von IBM einzusetzen ist es erforderlich, das der Treiber nach erfolgreichem Boot geladen wird. Die passenden Treiber erhaltet ihr bei dem Hersteller der SCSI Adapter Karte. Z.B.: http://www.adaptec.com/de-de/support/scsi/2940/aha-2940/
Wichtig es muss ein DOS Treiber sein!
Habt ihr das benötigte Treiber Paket entpackt und auf den USB Stick kopiert, geht es direkt weiter mit der Erstellung einer „config.sys“ auf der Rootebene des USB Sticks.

Lt. Readme von Adaptec muss diese in etwa so aussehen:
„Device=C:\drv\ASPI8DOS.SYS /D /P140 /Q10“
Natürlich kann der Treiber auch in anderem Ordner als „drv“ liegen.
Die richtige Treiberdatei ist bei mir: ASPI8DOS.SYS (hier kann die Readme zu Rate gezogen werden)

Das IBM Tool ist etwas schwer zu finden im Netz. Die Suche nach „SCSIMD10.exe“ sollte allerdings erfolgreich sein. Das Tool ist gepackt und muss vorher entpackt werden.
Doch Vorsicht! Unter Windows 7 64 Bit lässt es sich nicht entpacken. Also am besten auf einer Windows XP Maschine entpacken und auf den USB Stick in einen Ordner packen.
Der Ordnername sollte hierbei nicht zu lang sein, am besten so kurz wir Möglich.

Wenn ihr nun alles richtig gemacht habt, erfolgt nach dem Boot eine Auflistung der angeschlossenden Platten beim laden des DOS. Wir befinden uns nun direkt auf dem USB Stick. Mit „dir“ kann man sich den Inhalt des USB Sticks anzeigen lassen.

Ihr solltet nun in den entsprechenden Ordner wechseln, indem ihr das IBM Tool angelegt habt. Von dort aus kann dies mit SCSIMODE aufgerufen werden. Die Bedienung des Tools ist wie bereits erwähnt, sehr eigen. Man kann mit dem Tool viele Sachen veranstalten, ich gehe allerdings nur auf das setzen des WCE Bits ein. Dafür muss man den Punkt 6 (Mode Sense/Select) anwählen. Anschließend den Punkt: Read Caching Parameters.

Um hier eine Auflistung zu bekommen, muss die richtige ID ausgewählt werden und F2 gedrückt werden. Mit der Tabulator Taste gelangt man zu der Option „WCE“. Um den Wert zu ändern einfach die Leertaste betätigen. Mit F4 speichert man das ganze dann (auch hier wieder mit Leertaste auf Yes wechseln 😉 Das ganze Spiel dürft ihr dann für alle Festplatten übernehmen. War die Änderung erfolgreich, so gelangt ihr zur Vorseite und bekommt eine grüne Meldung mit in etwa folg. Beschriftung:  „Operation Successfull“

Falls ihr noch offene Fragen habt, schreibt einfach einen Commi unter den Artikel! 🙂

Ich möchte an dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an Michael Baeuerle ausprechen, für die gute Software! 🙂

 

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